Mainz und Regensburg kämpfen um die deutsche Baseball-Krone

Die Mainz Athletics und die Buchbinder Legionäre Regensburg stehen sich zum zweiten Mal nach 2007 in der Finalserie um die deutsche Meisterschaft gegenüber (Foto: Tanja Szidat)
Der Showdown steht bevor. Nach der dreiwöchigen EM-Pause geht die Saison in der Baseball-Bundesliga in den letzten Akt. Wer sichert sich die Meisterschaft? Die Mainz Athletics und die Buchbinder Legionäre sind nach einer langen Spielzeit die letzten Verbliebenen. Spätestens am 8. Oktober wird sich eines der beiden Teams die deutsche Baseball-Krone aufsetzen. Die Mainzer gehen als Südmeister dabei wohl als leichter Favorit ins Rennen. Die Regensburger ließen zuletzt allerdings durch einen Sweep im Halbfinale gegen Nordchampion Bonn aufhorchen. Die ersten beiden Partien der „Best-of-Five“-Serie steigen am Samstag und Sonntag (jeweils 14 Uhr) in Mainz Mombach. Dort würde auch ein mögliches fünftes Spiel stattfinden.
Bei der Finalpaarung Mainz gegen Regensburg werden Erinnerungen an eine der dramatischsten Meisterschafts-Entscheidungen in der Geschichte des deutschen Baseballs wach. 2007 standen sich die beiden Erzrivalen zuletzt im Endspiel gegenüber. Damals verspielten die Legionäre einen 2:0-Vorsprung in Mainz. In Spiel drei glich der Favorit dabei einen 1:9-Rückstand im letzten Inning noch aus, um in der Verlängerung doch den Kürzeren zu ziehen. Von diesem Schock erholten sich die Oberpfälzer letztlich nicht mehr und mussten vor heimischer Kulisse den Athletics zum ersten Titelgewinn der Vereinsgeschichte gratulieren. Ludwig Glaser ist der einzige Legionär, der damals bereits auf dem Feld stand. „Mir ist auch aufgefallen, dass ich tatsächlich der Einzige bin. Das bringt wieder alte Erinnerungen hoch und gibt mir eine extra Motivation, für meine alten Teamkollegen nochmal eins drauf zu setzen“, sagt der Nationalspieler.
Athletics kehren nach neun Jahren zurück

Die Mainz Athletics setzten sich im Halbfinale gegen Titelverteidiger Heidenheim durch (Foto: Tanja Szidat)
Duelle zwischen den Mainz Athletics und den Buchbinder Legionären bergen von je her eine große Brisanz. Seit 20 Jahren stehen sich die beiden Kontrahenten in guter Regelmäßigkeit gegenüber und liefern sich dabei nicht selten hitzige Schlachten. In der regulären Spielzeit setzten sich die Mainzer in diesem Jahr dreimal durch und sicherten sich schließlich souverän die Südmeisterschaft vor den Schwabelweisern. Ein Szenario, das vor der Saison nicht unbedingt zu erwarten war. „Die Stabilität durch das Pitching hat uns in der Defense und Offense wachsen lassen. Das ist natürlich sehr erfreulich“, erklärt Athletics-Trainer Uli Wermuth.
Hinter den A’s liegt die beste reguläre Saison seit langem. Folgerichtig zogen die Grün-Gelben erstmals seit ihrem Triumph vor neun Jahren wieder ins Finale ein. Die traditionell starke Werferriege bekam diesmal tatkräftige Unterstützung von der Offensive, die die besten Werte im Süden aufwies. Von Favoritendruck wollen die Mainzer dennoch nichts wissen. „Großen Druck verspüre ich nicht und habe auch nicht den Eindruck, dass sich meine Spieler verrückt machen. Wir freuen uns riesig auf die nächsten Wochen“, erklärt Wermuth. A’s-Sportdirektor Benjamin Hieronimi ergänzt: „Ich denke, unsere Chancen sind genauso gut wie die von Regensburg. Es wird viel von der Tagesform abhängen und Kleinigkeiten können die Spiele entscheiden. Wir stellen uns auf fünf knappe Spiele ein und erwarten einen offenen Schlagabtausch.“
Pleite aus dem Vorjahr wurmt Legionäre

Die Buchbinder Legionäre wollen ihren sechsten Meistertitel (Foto: Walter Keller, www.catchthefever.de)
In Regensburg war nach dem turbulenten Verlauf der regulären Saison mit der Trainerentlassung von Ivan Rodriguez nicht unbedingt mit dem neuerlichen Finaleinzug zu rechnen. Unter Coach Kai Gronauer fing sich das Team aber zur rechten Zeit und steht nun zum neunten Mal in den letzten elf Jahren im Endspiel. Die Rollen sind für Gronauer dennoch klar verteilt: „Mainz ist sicherlich der Favorit. Sie sind nicht nur Südmeister geworden, sondern haben uns in der regulären Saison auch dreimal geschlagen. Allerdings“, fährt der ehemalige Minor-League-Profi fort, „sind die Karten neu gemischt. Es wird sich zeigen, wer besser in die Serie reinkommt und mit Schwung in die Rückspiele gehen kann.“
Spätestens mit dem Sweep im Halbfinale gegen Bonn fand der fünfmalige Meister zu alter Stärke zurück. Außerdem dürfte die Buchbinder Legionäre die Finalpleite aus dem Vorjahr noch gehörig wurmen, als sie – wie 2007 – einen 2:0-Vorsprung in der Serie noch verspielten. „Dafür arbeitet man als Spieler den ganzen Winter und Sommer. Im letzten Jahr haben wir leider das letzte Spiel der Finalserie verloren und werden alles daran setzten, dieses Jahr als Sieger vom Platz zu gehen“, kündigt Legionäre-Infielder Glaser an.
Veröffentlich von: Matthias Slovig. Matthias Slovig bei Google+ kontaktieren







